Depressionen

Depressionen sind in allen Gesellschaftsschichten und Altersklassen zu finden. Sie gehören heutzutage zu den häufigsten Befindlichkeitsstörungen. Mindestens 4 Millionen Menschen sind schwer depressiv und müssen behandelt werden. Sie fühlen sich hilflos, orientierungslos und sie sind unfähig, private und berufliche Ziele zu erreichen. Frauen erkranken doppelt so häufig wie Männer.

Nur gedrückte Stimmung?

Stimmungsschwankungen gehören zum normalen Alltag und zur Reaktion eines Individuums auf bestimmte Situationen. Nahezu jeder Mensch kennt das Gefühl von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit. Aber meist handelt es sich nur um ein vorübergehendes Stimmungstief aufgrund eines konkreten Auslösers und stellt eine adäquate Reaktion auf Verluste, Enttäuschungen und Belastungen dar. Der Alltag kann aber noch bewältigt werden.
Erst wenn die Seelenqualen fast jeden Tag über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen mit starker Ausprägung der Symptome anhalten und der Patient praktisch handlungsunfähig geworden ist, spricht man von „Depression“. Sie stellt eine ernsthafte Erkrankung dar.

Die auftretenden Hauptsymptome

  • Traurigkeit
  • Interessenverlust
  • Freudlosigkeit
  • Antriebsmangel
  • erhöhte Ermüdbarkei
  • Schlafstörungen
  • verminderter Appetit
  • Gefühle von Schuld und mangelndes Selbstwertgefühl
  • gestörte Konzentration und Denkstörungen
  • Zukunftängste und Panik
  • innerer Rückzug
  • Herzrasen
  • Gewichtsveränderungen
  • deutlicher Libidoverlust und
  • Suizidgedanken/-handlunge
  • Herz-Kreislauf Erkrankungen
  • Diabetes
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Osteoporose
  • Entzündungsneigungen
  • 60% der Depressiven leiden unter Schmerzen in allen Organ- und Körperbereichen, hier besteht eine enge Verbindung zur Fibromyalgie

Bei jedem dritten Patienten sind keine organischen Ursachen hinter den körperlichen Beschwerden zu finden, sondern psychische Ursachen.

Die körperlichen Symptome können aber so im Vordergrund stehen, dass 20% dieser Patienten gar nicht als depressiv erkannt werden.

Die Verbindung zwischen Stress und Depressionen

Immer noch wird der Verbindung zwischen Dauerstress und Depression viel zu wenig Beachtung geschenkt. Auslöser einer reaktiven Depression ist eine bestimmte innere oder äußere Belastungssituation. Viele, die später depressiv erkranken, standen bereits als Kind unter hohem Leistungsdruck, mussten sich ersehnte Zuwendung hart erarbeiten oder waren persönlichen Verlusterfahrungen und Enttäuschungen ausgesetzt. Betrachtet man das Erwachsenenleben, setzt sich diese Entwicklung fort. Viele Männer und Frauen halten dem Leistungsdruck in Beruf und Familie nicht länger stand. Kann die gesetzte Messlatte nicht erreicht werden, folgen Zukunftsängste und ausgeprägte Stimmungstiefs. Immer häufiger treten geistige Müdigkeit und Zeiten von Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung auf. Hektische Betriebsamkeit weicht einer großen Gleichgültigkeit, Leere und antriebsloser Lähmung.